Eine Brust ist größer als die andere? Damit bist du keineswegs allein. Unterschiede in Größe, Form oder Position der Brüste sind ganz normal. Trotzdem kann Brustasymmetrie beim BH-Kauf ziemlich nervig sein: Auf einer Seite sitzt der Cup perfekt, während er auf der anderen absteht und die kleinere Brust den Cup nicht vollständig ausfüllt.
Die gute Nachricht: Mit ein paar kleinen Tricks lässt sich der Größenunterschied schon ganz gut ausgleichen.
Hier meine persönlichen Tipps, die ich vor dem Entwurf meines Bralina BHs genutzt habe:
1. Den BH immer an die größere Brust anpassen
Das ist wahrscheinlich der wichtigste Tipp: Orientiere dich bei der Cupgröße an deiner größeren Brust.
Ein zu kleiner Cup kann die größere Brust einengen oder dazu führen, dass Brustgewebe über den Cup hinausquillt. Der etwas zu große Cup auf der kleineren Seite lässt sich dagegen wesentlich leichter ausgleichen. Deshalb immer eher die größere Brust als Ausgangspunkt für die Größenwahl nehmen.
Merksatz: Die größere Brust bestimmt die BH-Größe – die kleinere Brust wird anschließend angepasst.
2. Herausnehmbare Pads verwenden
Besonders praktisch sind BHs mit Taschen für herausnehmbare Pads.
Auf der größeren Seite kannst du das Pad zum Beispiel komplett herausnehmen. Auf der kleineren Seite bleibt es im BH und gleicht fehlendes Volumen aus.
Das funktioniert vor allem bei leichten bis mittleren Größenunterschieden sehr gut. Der große Vorteil gegenüber einem klassischen Push-up-BH: **Du kannst jede Brust individuell behandeln.**
3. Bei größeren Unterschieden mehrere Einlagen kombinieren
Reicht ein normales BH-Pad nicht aus, kannst du auf der kleineren Seite zusätzlich Volumen hinzufügen.
Dafür eignen sich beispielsweise ein zweites weiches Pad. Als einfache Übergangslösung habe ich auch schon ein weiches, glatt gefaltetes Stück Stoff verwendet. Bei mir haben anfangs auch Sneakersocken als Einlage gedient (Not macht erfinderisch). Achte dabei darauf, dass nichts drückt, verrutscht oder Falten unter der Kleidung erzeugt. Für den regelmäßigen Gebrauch sind passende BH-Einlagen angenehmer.
Tipp: Lieber mit einer dünnen Einlage beginnen und nach und nach Volumen hinzufügen, bis beide Seiten unter der Kleidung ähnlich aussehen.
4. Die Träger unterschiedlich einstellen
Deine Brüste sind unterschiedlich – warum sollten dann beide BH-Träger exakt gleich eingestellt sein?
Bei asymmetrischen Brüsten dürfen die beiden Träger unterschiedlich lang sein. Sitzt beispielsweise die kleinere Brust etwas tiefer oder entsteht oben im Cup eine Lücke, kann der Träger auf dieser Seite etwas kürzer eingestellt werden.
Wichtig ist allerdings: Nicht versuchen, den gesamten Größenunterschied über den Träger auszugleichen. Er sollte angenehm anliegen und weder einschneiden noch starke Abdrücke hinterlassen. Die eigentliche Unterstützung des BHs kommt hauptsächlich vom Unterbrustband.
5. Darauf achten, dass das Unterbrustband wirklich passt
Gerade wenn die Brüste unterschiedlich schwer sind, ist ein gut sitzendes Unterbrustband besonders wichtig.
Es sollte rund um den Körper ungefähr auf gleicher Höhe verlaufen und nicht am Rücken nach oben rutschen. Rutscht es hoch, ist es häufig zu weit und kann die Brüste nicht ausreichend unterstützen. Außerdem siehts man es dann unschön, wenn man ein Top mit Rückenausschnitt trägt.
Ein stabiler Sitz sorgt außerdem dafür, dass du nicht versuchst, fehlende Unterstützung durch extrem straff eingestellte Träger auszugleichen.
6. Mit verschiedenen Cup-Formen experimentieren
Nicht jeder BH funktioniert bei Brustasymmetrie gleich gut.
Elastische Cups bzw. Stretch-Spitze können sich beispielsweise den beiden unterschiedlichen Brustformen individuell anpassen. Wenn du dagegen unter einem engen T-Shirt eine möglichst gleichmäßige Silhouette möchtest, kann ein glatter, vorgeformter T-Shirt-BH mit individuell herausnehmbaren Einlagen sinnvoll sein.
Es gibt also nicht die eine perfekte Cupform für jede Frau – entscheidend ist auch, ob du den Größenunterschied möglichst unsichtbar machen möchtest oder einfach einen bequemen BH suchst.
7. Nach dem Anziehen beide Brüste richtig in den Cup setzen
Diesen kleinen Schritt habe ich anfangs auch unterschätzt.
Nachdem du den BH angezogen hast, beuge dich leicht nach vorne und streiche das Brustgewebe von der Seite und von unten vollständig in den jeweiligen Cup. Anschließend kontrollierst du jede Brust separat.
Bei der größeren Brust sollte nichts über den Cup quellen oder eingeschnitten werden. Bei der kleineren Brust kannst du danach überprüfen, wo tatsächlich Volumen fehlt und entsprechend Pad oder Einlage positionieren.
Erst anschließend die Träger fein einstellen.
Welcher BH eignet sich am besten bei unterschiedlich großen Brüsten?
Besonders praktisch sind BHs, die sich für beide Brüste getrennt anpassen lassen. Achte deshalb auf: herausnehmbare Pads bzw. Taschen für Einlagen, verstellbare Träger, einen stabilen Sitz des Unterbrustbands und eine Cupform, die zu deinen Brüsten passt.
Genau hier liegt auch die Idee hinter Bralina: Statt davon auszugehen, dass beide Brüste exakt gleich groß sind, soll sich der BH an unterschiedliche Brustgrößen anpassen lassen.
Denn eigentlich sollte sich **der BH deinem Körper anpassen – und nicht dein Körper dem BH.**